20.02.2024

Digitalisierung als Chance für mehr Menschlichkeit im Pflegezentrum Mainterrasse

Es ist ruhig auf den Fluren der Villa del Sol, einer der Einrichtungen für schwer demente Menschen im Pflegezentrum Mainterrasse. Das Mondlicht scheint durch die Fenster des Schwesternzimmers der Pfleger, die gerade ihre Nachtschicht beginnen. Auf ihren Handys und dem Stationscomputer wird eine Zimmerübersicht der Bewohner abgebildet. „Alles entspannt,“ sagt Pflegerin Christine lächelnd zu ihrem Kollegen Bernd, der gerade die Medikamentengabe für den nächsten Morgen vorbereitet.

Die Villa Del Sol des Pflegezentrums Mainterrasse ist Herberge für Menschen mit Demenz.

Doch in einem Zimmer meldet ihr Handy eine Bewegung außerhalb des Bettes. „Da scheint jemand auf Wanderschaft gehen zu wollen,“ bemerkt Christine und macht sich auf den Weg zu der Bewohnerin. Leise öffnet sie die Tür und blickt in das erleichterte Gesicht der 89-Jährigen. Sanft begleitet sie die ältere Dame zurück in ihr Bett, redet beruhigend auf sie ein, bis sie wieder friedlich einschläft.

Zurück im Schwesterzimmer nimmt sich Pflegerin Christine einen Kaffee, während ihr Kollege Bernd kurz zu einem anderen Bewohner geht, um diesen auf die Toilette zu begleiten. Entspannt schaut Christine mit ihrem Kaffee in der Hand aus dem Fenster – wie angenehm doch die Nachtschichten geworden sind, seit sie technologische Unterstützung haben. Keine Stürze mehr, keine Hektik, kein Chaos. Sicherheit für die Bewohner, gezielte Einsätze für das Personal und vor allem mehr Zeit für echte Pflege.

Die Chance der Verbesserung liegt im Mut zur Veränderung

Was sich fast ein bisschen wie eine Wunschvorstellung im Pflegealltag liest, ist im Pflegezentrum Mainterrasse zu großen Teilen schon Realität geworden. Denn für die Geschäftsleitung Natalie Jellinghaus und Pflegedienstleitung Katja Reinhardt waren die Vorteile einer technologischen Unterstützung durch Nemlia schnell ersichtlich:

 „In erster Linie war es die Sturzgefahr unserer Bewohner, die wir stark reduzieren wollten. Bei den herkömmlichen Kontrollgängen konnte es vorkommen, dass ein Bewohner schon eine Zeit auf dem Boden lag, bis ein Pfleger nachschauen kam. Die Sensoren hingegen erfassen die Bewegungen sekundenschnell,“ erinnert sich Pflegedienstleiterin Katja Reinhardt.

Seit vielen Jahren ist sie für das Pflegezentrum Mainterrasse im Einsatz und kennt die Herausforderungen: „Die Problematik von dementen Menschen, die überwiegend nachts aktiv sind, gibt es in jedem Altenheim. Da man nicht mit Schlafmitteln und Fixierung arbeitet, liegt es in der Natur der Sache, dass viele Demenzerkrankte nachts herumlaufen, da sie einen teilweise gestörten Tag-Nacht-Rhythmus haben. Das macht es für die Nachtschicht natürlich anstrengend und kräftezehrend. Umso hilfreicher ist dabei eine Technologie, die auf eine ungewöhnliche Bewegung hinweist, bevor ein Sturz passiert, weil man direkt vor Ort sein kann.“

Das gute Gefühl, verstanden zu werden und echte Entlastung zu schaffen

Für das Pflegezentrum Mainterrasse war der Schritt zu technologischer Unterstützung auch ein Schritt zu mehr Sicherheit und Entlastung. So begann die Zusammenarbeit mit Nemlia, die sich neben einer gegenseitigen Vertrauensbasis vor allem durch den persönlichen Kontakt auszeichnete. Gerade wenn es um unterstützende Technologien für einen sensiblen Bereich wie die menschliche Fürsorge geht, ist die Menschlichkeit im gesamten Implementierungsprozess enorm wichtig.

Auch für Katja Reinhardt war es ein erfolgreicher Auftakt der Zusammenarbeit: „Wir hatten bereits im Vorfeld mit unserem Pflegeteam über den Einsatz von Nemlia gesprochen und eine positive Resonanz bekommen. Zudem hatten wir die ganze Zeit engen Kontakt mit unserem Ansprechpartner von Nemlia. Vor Ort hat das Nemlia-Team dann alles quasi in einem Zuge wunderbar mit uns umgesetzt – die Installation, die Einarbeitung, die Funktion. Alles war einfach zu verstehen und intuitiv zu verwenden.“

Vor allem aus den Nachtschichten erreichten Geschäfts- und Pflegedienstleitung viel positives Feedback, denn neben dem ausbleibenden Sturzrisiko können auch alle Bewohner ruhiger schlafen, da der Geräuschpegel der auf- und zu gehenden Türen der ständigen Kontrollgänge entfiel. Die Bewohner sowie das Pflegepersonal kamen ruhiger und entspannter durch die Nächte.

Wir ersetzen keine menschliche Fürsorge, wir erleichtern diese

Im Pflegezentrum Mainterrasse sieht man ein großes Stück der Pflegezukunft in der Digitalisierung, denn sie kann Aufgaben wie Dokumentationen oder Monitoring bereits abnehmen. Doch feststeht, dass kluge Technologien bereits jetzt in der Pflege mehr Menschlichkeit und Fürsorge ermöglichen können. Indem sie mitteilt, an welcher Stelle gerade jemand wirklich gebraucht wird.

Denn für Katja Reinhardt ist klar, dass der personelle Engpass im Pflegebereich noch anhalten wird. Zeitgleich werden immer mehr Menschen älter. Und wenn Menschlichkeit und Fürsorge in der Pflege weiter Bestand haben sollen, dann ist Digitalisierung eine echte Chance.

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